Die 2. Lektion „Kampf der Charaktere“ handelt vom Kennenlernen der eigenen Figuren. Sei es der Antagonist beziehungsweise der Protagonist. Nur wenn wir diese kennen und verstehen, sind wir in der Lage ihnen Leben einhauchen. So werden nicht nur dramatische Konflikte kreiert, sondern genauso die Schattenseiten oder die gefühlsbetonten Seiten erschlossen. Für den Autor gilt, um so mehr wir mit unseren Figuren fühlen, desto gezielter können wir sie agieren lassen.
Übungen:
1) Den Protagonisten des eigenen Romans durch den Charakterfragebogen lt. Lernbuch beleuchten. Dazu noch eine zweite Figur.
2) Gedanken machen zu Konflikt und Motivation des Protagonisten. Seinen wunden Punkt deklarieren und warum sein Antagonist ihn dazu bringt, sich diesem zu stellen.
3) Beschreibe den Protagonisten aus einem Buch inkl. Konflikt, Motivation, Wunde und seinen Antagonisten.
1) Den Protagonisten des eigenen Romans durch den Charakterfragebogen lt. Lernbuch beleuchten.
Dazu noch eine zweite Figur.
Meine Hauptprotagonistin: Sophie
1.Wie heißt Ihr Protagonist? Hat er einen Spitznamen? Woher stammt die Familie? Wie groß ist sie? Welcher Kontakt besteht zwischen den Mitgliedern?
Ihr Name lautet Sophie Zampa.
Sie hat keinen Spitznamen. In der Schule wurde sie von ihren Klassenkameraden ab und zu „Sof´“ genannt. Ihre Mutter Tatjana ist in Wien geboren und aufgewachsen. Ihr Vater Daniel ist Tiroler und stammt aus St. Johann. Als Sophie das Licht der Welt erblickte, lebte sie mit ihren Eltern in der Bundeshauptstadt. Doch kurz darauf trennten sie sich, worauf ihr Vater zurück in seine Heimat zog. Ihre Mutter verlies mit ihr die Großstadt und zog in eine abgelegene Kleinstadt. Obwohl Daniel finanziell für sie sorgte, hatte er weitestgehend den Kontakt zu ihr abgebrochen und sich eine neue Existenz aufgebaut. Ihre Mutter spricht kaum mehr von ihm.
2. Wie alt ist er? Welcher Generation gehört er an? Fühlt er sich wohler in einer anderen?
Sophie ist 15 Jahre alt und gehört der Generation Z an. Sie ist mit Smartphones und Social Media aufgewachsen. All das ist für sie selbstverständlicher Alltag. Ihr einziger Berührungspunkt mit einer anderen Altersgruppe wäre ihr kleiner Bruder Arik. Doch sie macht sich keine Gedanken darüber, ob sie sich in einer Generation davor oder danach wohler gefühlt hätte, da sie ihren Alltag so annimmt, wie er ist.
3. Wie sieht er aus (Haarfarbe, Bart, Augen, Größe)? Hat er besondere Merkmale (Muttermal, Narben, verschiedene Augenfarben, Behinderung)?
Sophie ist genau 170 cm groß und schlank. Sie hat rehbraune Haare, welche etwas über ihre Schultern ragen. Blaugrüne Augen zwischen ausgeprägten Augenbrauen und einer erhobenen Nasenspitze unterstreichen ihren frechen Blick. Am liebsten trägt sie gewöhnliche T-Shirts.
4. Was arbeitet er? Mag er seine Arbeit? Was würde er gern arbeiten? Hat er studiert? War er ein guter Schüler?
Sophie besucht die Schule. Das sie diese aufregend findet, kann man nicht behaupten. Das spiegelt sich in ihren Noten, die mittelprächtig sind. Ihre Leistung stagniert. Dabei hat sie ein ungewöhnliches Ziel. Schon in jungen Jahren interessiert sie sich für Forensik. Sie ist großer Fan der TV-Serie „Bones“ und bewundert deren Hauptfigur Dr. Temperance Brennan. Sophie möchte eines Tages, wie sie faszinierende Mordfälle aufklären. Doch dafür müssten sich ihre schulischen Leistungen drastisch verbessern, um später bessere Chancen auf ein Studium zu haben.
5. Welche Musik hört er am liebsten? Besitzt er einen Fernseher und wie viel Raum nimmt dieser ein? Welche Filme sieht er am liebsten? Bei welchen Szenen kann er die Tränen nicht zurückhalten? Wann hat er überhaupt das letzte Mal geweint? Hat ihn jemand dabei gesehen?
Pop, Dance und Techno gehören zu Sophies musikalischen Vorlieben. Doch sie ist anderen Richtungen gegenüber aufgeschlossen. Sophie besitzt einen kleinen Fernseher, der wenig Raum im Zimmer einnimmt. Sie benutzt ihn kaum, weswegen er nicht auffällt. Wenn sie ihre Lieblingsserie guckt, dann meistens im Wohnzimmer, während ihre Mutter vor ihrem Computer sitzt. Sophie ist ein emotionaler Mensch. Doch das möchte sie am liebsten verbergen. Wird sie von einer Szene expressiv getroffen, beißt sie tapfer die Zähne zusammen. Bei Konfrontationen mit ihrer Mutter schafft sie es nicht, ihre Tränen zurückzuhalten. Sobald sie von Hilflosigkeit überwältigt wird, brechen die Dämme.
6. Wer sind seine Freunde? Hat er keine? Viele? Mit wem ist er am liebsten zusammen? Hat er Feinde? Wen würde er am liebsten nie wieder sehen? Wen würde er kurz vor seinem Tod noch einmal sehen wollen? Wer ruft ihn an seinem Geburtstag an? Wen ruft er an, wenn es ihm schlecht geht?
Sophies beste Freundin ist Amira Ahadi, ein Mädchen aus dem Iran. Beide wollen nach außen hin souverän sein, haben aber trotz allem introvertierte Züge. Darum ergänzen sie sich wunderbar und verstehen sich auf einer innigen Ebene. Sie verbringt am liebsten Zeit mit Amira, weil sie bei ihr wie eine große Schwester agiert. Hier gibt meistens sie den Ton an und ist jene Person, die der Iranerin die Welt erklärt. Sie schreiben ihre Hausaufgaben zusammen, gehen gerne gemeinsam einkaufen oder auf ein Getränk in ein kleines Café am Stadtrand. Feinde hat Sophie nicht. Doch gibt es ein paar Menschen, mit denen sie nicht auf einer Wellenlänge schwimmt. Der freche und dauernd plappernde Bernd aus ihrer Klasse, den alle „Sommersprosse“ nennen, ist ihr oft ein Dorn im Auge. Ebenso die coole Rebecca, der Schwarm der Jungs, die stets Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist ihr nicht geheuer. Mit ihren zarten 15 Jahren denkt Sophie nicht an den Tod. Daher stellt sich die Frage nicht, wen sie vor ihrem Ableben ein letztes Mal sehen wollte. Als sie ein Kind war, hat ihr Vater jedes Mal an ihrem Geburtstag angerufen. Mit der Zeit des des Heranwachsens brach der Kontakt aber endgültig. Sophie möchte reif und abgebrüht sein, weshalb sie ihre Probleme am liebsten mit sich alleine klärt. Doch wenn sie es gar nicht mehr aushält, schreibt sie ihrer Freundin Amira eine Nachricht über Whats App.
7.Wo ist er geboren? Hat er immer an einem Ort gelebt? Was bezeichnet er als sein Zuhause? Wo würde er gern wohnen?
Sophie wurde in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien geboren und lebte mit ihren Eltern, später alleine mit ihrer Mutter für einige Jahre dort. Nach ihrem Umzug in eine unscheinbare Kleinstadt baute sie sich ihr erstes soziales Umfeld auf. Sie hat ihren Wohnort als ihre Heimat deklariert und fühlt sich hier zugehörig. Sophie empfindet das mitreißende Chaos der Stadt aufregend, weshalb sie eine Rückkehr zurück nicht ausschließt, sobald sie alt genug ist.
8. Wohin geht er, was tut er, wenn er wütend ist?
Ist Sophie unbeherrscht, flüchtet sie in ihr Zimmer und knallt die Türe hinter sich zu. Damit signalisiert sie, dass sie absolute Ruhe braucht.
9. Was ist seine größte Angst? Wer weiß davon? Wie ist sie entstanden?
Sophie möchte gesehen, akzeptiert und verstanden werden. Ihre größte Angst ist es, in der breiten Masse unterzugehen. Sie will, dass ihr Umfeld sie als junge Frau mit eigenen Gedanken und Gefühlen wahrnimmt, in der große Talente schlummern. Dabei setzt sie sich dem Social-Media-Stress in ihrer Klasse aus, nur um Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn ihre Mutter ihr vorwirft, keine Verantwortung tragen zu können, verletzt sie das gewaltig. Denn genau diese Vorwürfe sind es, die Sophie zu vermeiden versucht. Von ihren Ängsten weis niemand. Sie schlummern tief in ihr und kommen erst mit der Zeit ans Tageslicht. Entstanden sind sie einerseits durch den beschriebenen Social Media Druck in ihrer Klasse, andererseits durch den Umstand das ihr im Leben eine Vaterfigur fehlte. Dadurch war sie früh den Launen ihrer Mutter ausgesetzt, die ihr schon in ihrer Kindheit Aufgaben übertrug, deren Sophie nicht gewachsen war. Später fiel sämtliche Aufmerksamkeit auf ihren kleinen Bruder, der einen anderen Vater hat. Somit fühlte sie sich früh nutzlos und zurückgehalten.
10. Hat er ein Geheimnis? Eine Leidenschaft, die er keinem anderen anvertrauen würde?
Malen gehört zu ihren absoluten Hingebungen. Und darin hat Sophie wahrlich großes Talent. Sie hat außergewöhnliche Ideen, spielt mit den Farben und schafft es, all das brillant umzusetzen. Ihre eigenen Bilder hat sie wie kleine Trophäen an den Wänden ihres Zimmers hängen. Doch sie prahlt nicht damit. In ihrem Innersten denkt sie, dass niemand ihre Werke schätzen würde. Zeichnen hilft dir im Leben nicht weiter – dieses Trugbild schlummert in ihr. Darum spricht sie nicht mit ihrer Mutter darüber. Einzig Amira darf einige ihrer Bilder sehen und beurteilen.
11. Was bringt ihn dazu, laut aufzulachen?
Sobald Sophie sich frei und schwerelos fühlt, kann sie sich fallen lassen. Dann wird aus einem Lächeln schon mal ein emotionales Lachen. Wenn sie die philosophischen Zitate ihrer Freundin Amira auch noch so nerven, bei ihren ungewollt schusseligen Fehltritten kann sich Sophie nur selten zurückhalten.
12. Wann war er das letzte Mal richtig verliebt? In wen? Hat er Liebeskummer? Hat er ihn überwunden?
Sophie ist voller Neugier. Den Einen oder anderen Jungen in ihrer Klasse findet sie aufregend, doch hat sie keine tieferen Gefühle für jemanden empfunden.
13. Was ist in seinem Kühlschrank? Im Mülleimer? Auf dem Nachttisch? In seinem Badezimmerschränkchen?
Im gemeinsamen Kühlschrank ist das Notwendigste vorhanden. Etwas Wurst, Käse, Butter. Dazu Orangensaft und Mineralwasser. In ihrem Mülleimer finden überwiegend Papierknäuel von missglückten Zeichnungen, die sie nicht mehr retten konnte oder wollte. Auf ihrem Nachttisch liegt das Ladegerät ihres Smartphones. Manchmal verirrt sich ein Buch dort hin. In ihrem Badezimmerschränkchen bewahrt sie ihre Toilettenartikel auf. Dazu Handcreme, Shampoo und ein kleines Fläschchen Parfüme, welches sie von ihrer Mutter zu ihrem letzten Geburtstag bekommen hatte.
14. Wie ist er eingerichtet, wie sieht sein Schlafzimmer aus?
Man will meinen, Sophie liebt kreatives Chaos. Ihr Zimmer ist ein Hort der Jugend. Aufgeräumt findet man es selten vor. Anstatt ordentlich im Kleiderkasten, liegt ihre Kleidung teilweise verstreut auf dem Boden oder auf den Möbeln. Ein kleiner Schreibtisch ist ihre gestalterische Bühne. Dort liegen Papierblöcke, Buntstifte, Ölkreiden und Wasserfarben. An den Wänden hängen ihre eigenen Werke verschiedenster Art. Aber auch Poster von Dr. Temperance Brennan, ihrer Heldin aus ihrer Lieblingsserie „Bones“.
15. Wie verbringt er seine Wochenenden?
In ihrer Freizeit trifft sie ihre Freundin Amira oder andere aus ihrer Clique. Mal zieht es sie in die Shoppingmeile, mal in den Eissalon oder ins Café. Manchmal unternimmt sie einen Spaziergang ins Grüne. Doch Sophie hat ebenso Pflichten zu erfüllen. Sie hilft ihrer Mutter beim Großeinkauf, beim Kochen oder Abräumen. Wenn ihr kleiner Bruder bei ihnen ist, muss sie oft zum Bespaßen herhalten und ein Auge auf ihn werfen.
16. Woran denkt er, wenn er an seine Kindheit denkt? Gibt es einen typischen Geruch, der ihn dorthin zurückbringt? Ein bestimmtes Essen? Welche ist seine schönste Kindheitserinnerung? Welche seine schlimmste?
Die Erinnerungen an ihre frühe Kindheit sind für Sophie zum größten Teil verschleiert. Ihr gesamtes Leben war bislang eine Achterbahn der Gefühle. Stress und Existenzängste gehörten leider dazu. Ihre Mutter bemühte sich, ihr ein ordentliches Dasein zu ermöglichen. Doch ließ sich die soziale Schwäche ihrer kleinen Familie nie wegleugnen. Man hielt sich über Wasser. Die Tiefkühlpizza wurde zum Sinnbild. Günstig. Schnell serviert. Lecker. Praktisch für jeden Anlass. Sei es Kummer oder Belohnung. Am liebsten denkt Sophie an die Zeit zurück, wenn sie die volle Aufmerksamkeit ihrer Mutter hatte. Sie schauten zusammen fern und unternahmen den einen oder anderen Ausflug mit dem Fahrrad. Wenn ihre Mutter dabei ausgeglichen wirkte, mal lachte, waren das die wohltuendsten Stunden, die ihr Geborgenheit und Sicherheit vermittelten. Doch die Schattenseiten hatten sich tief in ihr verankert. So musste sie schon früh die depressiven Phasen ihrer Mutter ertragen. So gehörten grundlose Ablehnung, überforderte Schreie und geplagtes Schluchzen zum harten Alltag. Jedes Mal, wenn sie ihre Muter durch die Mauer zu deren Schlafzimmer im Bett weinen hörte, wuchs in ihr ein Gefühl von Hilflosigkeit und Angst. Der einzige Ausweg, dem zu entkommen, war es, sich ihren Polster über den Kopf zu stülpen. So verharrte sie zumeist und hoffte das es aufhörte, oder sie endlich einschlafen konnte.
17. Was isst er zum Frühstück? Mit wem? Wie nimmt er sein Mittagessen ein?
Der Frühstückstisch ist zumeist reichlich gedeckt. Denn ihre Mutter achtet darauf, dass ihre Kinder morgens mit der bestmöglichen Energieversorgung in den Tag starteten. Mal gibt es Kornbrote mit Wurst und Käse. Mal wartet Müsli oder Cornflakes mit Milch am Tisch. Obst und Gemüse dürfen dann nicht fehlen. Meistens isst sie mit ihrer Mutter alleine.
18. Geht er auf Partys? In Bibliotheken? Auf Ausstellungen? In Cafés?
Wenn die Chance auf Aufmerksamkeit besteht, besucht Sophie Partys. Haben sich ein paar gefragte Mädchen oder Jungs aus ihrer Schul-Facebook-Gruppe angesagt, möchte sie ebenfalls erscheinen. Gerne würde Sophie Kunstmuseen besuchen, doch die befinden sich alle in der Großstadt. Und dort darf sie alleine nicht hin. Sophie besucht gerne Cafés. Am liebsten mit Amira. Zwischen Kakao, Eiscreme und Kuchen fühlt sie sich geborgen. Obwohl sie auf ihre Linie achtet, wandert schon mal das eine oder andere Stück Torte vor ihr auf dem Tisch. Dort lässt es sich ausgezeichnet mit ihrer Freundin über den Alltag plaudern oder Hausaufgaben erledigen.
19. Wohin würde er gern verreisen?
Sophie möchte gerne einmal mit dem Flugzeug vereisen. Die USA findet sie reizvoll. Doch das alles wirkt im Augenblick zu weit entfernt.
20. Was täte er, wenn er im Lotto gewinnen würde?
Den ganzen Tag in der Shoppingmeile verbringen und alles kaufen, was ihr gefällt. Ohne darüber nachzudenken, was ihrer Mutter wieder davon halten würde. Auch dürften es im Café dann einmal zwei Stück Torte sein.
21. Schreibt er Mails? Viele? Schreibt er Briefe? Postkarten? Was tut er mit denen, die er bekommt?
Sophie kommuniziert über Social Media. Sie hat ein Facebook-Profil, bewegt sich aber ebenfalls auf Instagram und Whats App. Briefe hat sie vor langer Zeit von ihrem Vater aus Tirol bekommen. Doch diese hat sie nicht mehr. Sie vermutet, ihre Mutter hat sie weggeworfen.
22. Wann stellt er sein Handy aus?
Nie! Ein Teenager-Mädchen muss rund um die Uhr erreichbar sein und wissen, was in der Welt gerade passiert.
Protagonistin: Amira
1. Wie heißt Ihr Protagonist? Hat er einen Spitznamen? Woher stammt die Familie? Wie groß ist sie? Welcher Kontakt besteht zwischen den Mitgliedern?
Ihr Name ist Amira Ahadi. Spitznamen hat sie keinen. Sie ist etwa 168 cm groß. Ihr Vater Farid ist Doktor und arbeitet in einer Praxis nahe ihres Wohnortes. Ihre Mutter Mina ist Krankenpflegerin. Ursprünglich kommt sie aus Teheran und ist mit ihren Eltern zusammen eingewandert. Die Familie bildet für Amira ein wichtiges Fundament an Geborgenheit und der Disziplin.
2. Wie alt ist er? Welcher Generation gehört er an? Fühlt er sich wohler in einer anderen?
Amira ist 15 Jahre alt und gehört der Generation Z an. Im Gegensatz zu den Teenagern in ihrem Alter ist sie nicht mit digitaler Kommunikation und Social Media aufgewachsen. Erst ab ihrem Schuleintritt kam die kleine Iranerin erstmals Kontakt zu solchen Medien. Und diese darf sie nur eingeschränkt konsummieren. Amira kennt keine andere Generation. Sie tat sich schon schwer in diese hineinzuwachsen.
3. Wie sieht er aus (Haarfarbe, Bart, Augen, Größe)? Hat er besondere Merkmale (Muttermal, Narben, verschiedene Augenfarben, Behinderung)?
Amira hat dunkle lange und gewellte Haare, die im richtigen Lichteinfall nussbraun leuchten. Ihre großen braunen Augen zeugen von Neugierde. Unter diesen und neben ihrer Stupsnase finden sich wenige Ansätze von konturlos pigmentierten Sommersprossen. Auffällig an ihr ist, dass sie überwiegend beachtenswerte Hemden an hat. Selbst im Sommer, wenn es heiß ist. Es ist ihr unangenehm, Haut zu zeigen. Amira trägt rechts von ihrem Bauchnabel eine Narbe aus einer Brandwunde, die sie sich in Kindertagen zugezogen hat.
4. Was arbeitet er? Mag er seine Arbeit? Was würde er gern arbeiten? Hat er studiert? War er ein guter Schüler?
Amira besucht die Schule. Und das tut sie gerne. Denn dort ist alles bunt, frisch und ungezügelt. Sie ist bildungseifrig und lernwillig, folgt im Unterricht und beobachtet. Über ihren Beruf macht sie sich keine Gedanken. Als Tochter eines Arztes und einer Krankenpflegerin ist der Leistungsdruck allgegenwärtig. Ihre Eltern streben demzufolge, dass Amira studiert, damit ihr eine aussichtsreiche Zukunft bevorsteht.
5. Welche Musik hört er am liebsten? Besitzt er einen Fernseher und wie viel Raum nimmt dieser ein? Welche Filme sieht er am liebsten? Bei welchen Szenen kann er die Tränen nicht zurückhalten? Wann hat er überhaupt das letzte Mal geweint? Hat ihn jemand dabei gesehen?
Amira hört gerne westlich orientierte Musik und ist große Bewunderin einiger renommierten Girlbands. Ihr Zimmer ist voll von Poster solcher Gruppierungen. In ihrer lernfreien Zeit und in den Pausen entspannt sie, indem sie ihre Kopfhörer anlegt und ihrer Lieblingsmusik lauscht.
6. Wer sind seine Freunde? Hat er keine? Viele? Mit wem ist er am liebsten zusammen? Hat er Feinde? Wen würde er am liebsten nie wieder sehen? Wen würde er kurz vor seinem Tod noch einmal sehen wollen? Wer ruft ihn an seinem Geburtstag an? Wen ruft er an, wenn es ihm schlecht geht?
Amiras beste Freundin ist Sophie Zampa. Mit ihr verbringt sie am liebsten ihre Freizeit. Sophie ist lebhaft, ungestüm und prescht mit ihrem Kopf durch die Wand. Obwohl ihre Moral sie davon abhält, es ihr gleichzutun, imponiert ihr Sophies Gehabe. Ihre Gedanken kreisen oft um die coole Rebecca aus ihrer Klasse. Sie ist attraktiv und lässt sich von keinem herumkommandieren. Wenn sie ihre langen, rotbraunen Haare über ihre Schultern wirft, versinkt Amira in Tagträume. Feinde hat sie nicht. Für die meisten in ihrer Schulklasse ist sie einfach anwesend. Der Tod kümmert sie nicht. Amiras Erziehung ist oft hart. Ihre Eltern bemühen sich um sie. Da sind jene Tage, an denen Amira Geburtstag hat, bedeutungsvolle Feiertage mit Kuchen, Cola und praktischen Geschenken. Freunde, die sie daraufhin anrufen könnten, hat sie keine. Einzig Sophie. Mit ihr würde sie in deren gemeinsamen Lieblingscafé feiern. Wenn Amira Sorgen hat, wendet sie sich zunächst an ihren Vater. Dieser ist in mancher Situation aufgeschlossener und lockerer als ihre Mutter.
7. Wo ist er geboren? Hat er immer an einem Ort gelebt? Was bezeichnet er als sein Zuhause? Wo würde er gern wohnen?
Amira wurde in Teheran geboren und lebte dort mit ihren Eltern, bis sie sechs Jahre alt war. Später wanderte die Familie nach Österreich aus und baute sich eine neue Existenz auf. Sie sind traditionsbewusst, respektieren jedoch die westlichen Werte. Amira steht es frei, einen Tschador zu tragen. Sie darf sich nach ihren Wünschen entfalten. Ihre Wohnung ist modern, mit traditionellen Einflüssen. Österreich ist ihre Heimat, dennoch verleugnet sie ihre iranischen Wurzeln nicht.
8. Wohin geht er, was tut er, wenn er wütend ist?
Überkommen Amira Wut und Ärger, versucht sie diese instinktiv zu verharmlosen. Anstatt Türen energisch zuzuschlagen, verstummt sie mehr und zieht sich still in ihr Zimmer zurück. Dort verarbeitet sie ihre Wut, in dem sie Musik hört oder sich anders ablenkt.
9. Was ist seine größte Angst? Wer weiß davon? Wie ist sie entstanden?
Amira fürchtet sich vor der Intoleranz der Gesellschaft. Und davor, den hohen Leistungsansprüchen ihrer Eltern nicht gerecht zu werden. In der Willkommensklasse wurde sie aufgrund ihrer Herkunft gemobbt. Ihre Mutter und ihr Vater appellierten früh an ihre Stärke und Lernbereitschaft.
10. Hat er ein Geheimnis? Eine Leidenschaft, die er keinem anderen anvertrauen würde?
Sie wird von ihrer Klassenkameradin Rebecca magisch angezogen. Gespannt beobachtet sie jeden Schritt und jede Geste.
11. Was bringt ihn dazu, laut aufzulachen?
Amira kann herzhaft über Sophies Witze lachen. Wenn ihre Mutter mal zu streng mit ihr umgeht, ist es ihr Vater, der sie mit seinen lockeren Sprüchen wieder aufmuntert. Er findet Mittel und Wege, wie er seine Tochter zum Lachen bringen kann.
12. Wann war er das letzte Mal richtig verliebt? In wen? Hat er Liebeskummer? Hat er ihn überwunden?
Amira hat sich noch nie verliebt. Dagegen würde sie sich freuen, wenn die coole Rebecca sie mehr beachten würde.
13. Was ist in seinem Kühlschrank? Im Mülleimer? Auf dem Nachttisch? In seinem Badezimmerschränkchen?
Im Kühlschrank der Familie Ahadi finden sich gesunde Lebensmittel, ebenso vorgekochte Eintöpfe. Obst und Gemüse gehören ebenfalls dazu, wie Mineralwasser und ungesüßte Fruchtsäfte. In Amiras Mülleimer findet man Verpackungsmaterial ihrer letzten Einkäufe. Darin versteckt sie leere Tüten von Schokoriegeln oder andern Süßigkeiten, welche sie heimlich in ihrem Zimmer aufbewahrt.
14. Wie ist er eingerichtet, wie sieht sein Schlafzimmer aus?
Amiras Zimmer ist ein bunter Mix aus Tradition und Moderne. Zwischen kunstvollen Bildern ihrer Heimat findet man Poster von Girlbands, deren Musik sie gerne hört. Ihre Bettdecke und Polster sind jeden Tag sauber und glatt gestrichen. Ihr Schreibtisch ist groß und ordentlich, denn sie verbringt viel Zeit damit, zu lernen.
15. Wie verbringt er seine Wochenenden?
Ihr Wochenende ist ebenso geordnet, wie ihre Schultage. Ihre Eltern haben mit ihr eine Lernzeit vereinbart, welcher Amira nachkommen muss. Erst im Anschluss dieser darf sie ihre Freizeit genießen. Am liebsten verbringt sie die freien Tage mit Sophie. Dann besuchen die beiden Freundinnen die Shopping-Meile, Cafés oder sie spazieren mit Sophies Hund Melodie.
16. Woran denkt er, wenn er an seine Kindheit denkt? Gibt es einen typischen Geruch, der ihn dorthin zurückbringt? Ein bestimmtes Essen? Welche ist seine schönste Kindheitserinnerung? Welche seine schlimmste?
Amira hat nur wenig Erinnerungen an ihr Leben im Teheran. An die Zeit in der Willkommensklasse und die Integration ihrer Familie in der neuen Heimat denkt Amira nicht gerne zurück. Denn sie hat dadurch allerlei Leid und Missgunst erfahren. Ihre schlimmsten Erlebnisse hatte sie mit ihren Mitschülern in der Integrationsklasse, welche sie gemobbt und verbal übel diskriminiert hatten. Ihre schönste Erinnerung war ein Ausflug mit ihren Eltern in die Großstadt. Dort hatten sie den Tierpark besucht. Sie hatten an diesem Tag herzhaft gelacht.
17. Was isst er zum Frühstück? Mit wem? Wie nimmt er sein Mittagessen ein?
Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages im Hause Ahadi. Amira stärkt sich morgens mit Müsli im Yoghurt und warmer Milch oder Tee. Unter der Woche kommt es eher selten vor, dass die ganze Familie zusammen frühstückt. Ihre Mutter arbeitet in Schichten und ist manchmal schon sehr früh aus dem Haus. Amira nimmt ihr Mittag- oder Abendessen im Kreise ihrer Liebsten ein.
18. Gibt es eine Erinnerung, die er in seinem Herzen trägt? Was bereut er? Welches Ereignis würde er gern ungeschehen machen?
Am liebsten erinnert sie sich an aufregende und lustige Momente mit ihren Eltern. Besuche im Tierpark, Spaziergänge oder Ausflüge. Amira bereut es, damals in der Willkommensklasse nicht aufmerksamer gewesen zu sein.
19. Geht er auf Partys? In Bibliotheken? Auf Ausstellungen? In Cafés?
Soziale Kontakte fallen Amira enorm schwer. Sie wurde in ihrer Kindheit aufgrund ihrer Herkunft gemobbt. Seitdem schreitet sie nach innen gewandt durchs Leben. Auf Partys traut sie sich nicht. Bibliotheken besucht Amira nicht, aber ihre Eltern besitzen eine Vielzahl an Sachbüchern und Geschichtsliteratur. Seit Sophie in ihr Leben getreten ist, besucht sie regelmäßig Cafés in ihrer Kleinstadt. Dort fühlt sie sich unbeeinträchtigt und es wandert schon einmal das ein oder andere Stück Kuchen auf ihrem Teller, obwohl ihre Mutter zu Hause mit dem Abendessen wartet.
20. Wohin würde er gern verreisen?
Obwohl Amira voller Neugier ist, hat sie keine konkreten Reiseziele. Sie ist lieber damit beschäftigt, ihr aktuelles Umfeld kennenzulernen. Sie wagt sich nur vorsichtig aus ihrem Schneckenhaus heraus. Doch würde sie so gerne einmal die Alpen sehen.
21. Was täte er, wenn er im Lotto gewinnen würde?
Amira würde ungehemmt in den teuersten Modeläden einkaufen, ohne auf den Preis zu achten. Es gibt viele moderne Hemden, die ihr gefallen. Amira liebt Tiere. Mit einem Teil des Geldes würde sie Tierheime unterstützen.
22. Schreibt er Mails? Viele? Schreibt er Briefe? Postkarten? Was tut er mit denen, die er bekommt?
Mails verfasst Amira keine. Sie hat einen Whats App Account. Damit kommuniziert sie mit Sophie, aber ebenso mit ihren Eltern.
23. Wann stellt er sein Handy aus?
Spätestens um 21 Uhr heißt es – kein Internet mehr. Da sind ihre Eltern streng mit ihr. Doch umso älter Amira wird, desto eher verblasst dieses Verbot. Ihre Mutter weiß genau, dass Amira nachts mit ihrer Freundin Sophie über Whats App Nachrichten schreibt. Doch sie lässt sich nichts anmerken.
2) Gedanken machen zu Konflikt und Motivation des Protagonisten meines Buches.
Seinen wunden Punkt deklarieren und warum sein Antagonist ihn dazu bringt, sich diesem zu stellen.
Sophie möchte wahrgenommen werden. Das ihr unumstrittenes Ziel. Mit fast 16 Jahren steckt sie inmitten der Suche nach einer eigenen Identität. Sie will zeigen, dass sie reif genug ist, um Verantwortung zu tragen. Sie liebt es im Mittelpunkt zu stehen, und für ihre Talente bewundert zu werden.
Ihre Entscheidungen sind zumeist impulsiv und oft denkt sie nicht über die Konsequenzen ihrer Verfehlungen nach. Der Social-Media-Druck ist Fluch und Segen zugleich. Zwar gelangt sie dadurch schneller zu Aufmerksamkeit, doch das hat meistens einen hohen Preis.
Sophie hat große Angst davor, nicht gut genug oder unreif wahrgenommen zu werden. Als naives, dümmliches Kind, dem man die Welt erklären muss, abgestempelt zu werden, tut ihr im Herzen weh. Sie möchte vor allem ihrer Mutter beweisen, dass sie kein kleines Mädchen ist. Sie ist überwiegend ohne Vaterfigur aufgewachsen. Das gab ihr schon frühzeitig das Gefühl, mehr Verantwortung tragen zu müssen. Das Scheitern von zu umfangreichen Aufgaben ihrer Mutter haben ihr früh vermittelt, dass sie dem Alltag nicht gewachsen zu sein scheint. Dieser große Drang nach Selbstbestätigung ist zugleich Sophies größte Schwäche in dieser Phase ihres Lebens.
Ihre Antagonisten (Kein Spoiler), gemeint sind sämtliche Gegenspieler in dieser Geschichte, zwingen Sophie, sich ihren Ängsten zu stellen. Einerseits werden ihr, ihre impulsiven Entscheidungen samt Konsequenzen in Form eines symbolischen Spiegels vorgehalten. Andererseits wird sie vor Herausforderungen gestellt, die ihr die Chance ermöglichen, zu beweisen, dass sie etwas richtig machen kann.
3) Beschreibe den Protagonisten aus einem Buch inkl. Konflikt, Motivation, Wunde und seinen Antagonisten.
Wer das Buch „Nils Holgerssons wunderbare Reise“ von „Selma Lagerlöf“ nicht kennt, der dürfte dessen Geschichte durch die ebenso hinreißende Zeichentrickserie aus dem Jahr 1980 kennen. Dort hieß sie „Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den den Wildgänsen“. Angesiedelt ist die Handlung in Schweden, genauer gesagt in Lappland und erzählt die faszinierende Charakterentwicklung eines Bauernjungen, der die Tiere auf dem Hof nicht respektiert und quält. Der Hauskobold verzaubert Nils und lässt ihn auf die Größe eines Daumens schrumpfen. Gemeinsam mit dem Hausgänserich Martin folgt er einer Scharr aus Wildgänsen, angeführt von der gütigen Akka von Kebnekajse. Sie übernimmt nunmehr die Erziehung von Nils auf deren Reise nach Lappland. Auf dem Weg durchlaufen sie viele Abenteuer, die den sonst so frechen Jungen nachfolgend zu einem besseren Menschen werden lassen.
Protagonist:
Nils Holgersson ist ein fauler, ungezogener 14-Jähriger, der die Arbeit scheut und lieber Unfug treibt. Seine Freizeit verbringt er damit, die Tiere auf dem Bauernhof – wie Katzen, Hühner und Vögel – grausam zu quälen. Da er zudem respektlos ist und seine Eltern ständig belügt, verzweifelt seine Familie an seinem Verhalten und schämt sich für ihn.
Konflikt:
Nils leidet unter starkem Heimweh, steht aber vor einem schmerzhaften moralischen Dilemma: Er erfährt, dass ihn der Kobold nur wieder groß zaubert, wenn er den Gänserich Martin fett gefüttert zum Schlachten nach Hause bringt. Nils muss sich entscheiden, ob er für seine eigene Rettung das Leben seines besten Freundes opfert. Gleichzeitig kämpft er als winziger Däumling ums nackte Überleben in einer erbarmungslosen Natur, trotzt Unwettern und muss Nahrung finden.
Motivation:
Nach seiner Verwandlung treibt ihn zunächst der reine Überlebensinstinkt an; er flieht vor den rachsüchtigen Hoftieren und will den Kobold finden, um wieder normal zu werden. Auf der Reise wandelt sich sein Egoismus schließlich in tiefe Loyalität. Angetrieben von der Freundschaft zu Martin und dem Respekt vor Akka, will er beweisen, dass er ein guter Mensch geworden ist. Seine Bereitschaft, für Martins Rettung für immer ein Däumling zu bleiben, bricht letztlich den Fluch.
Wunde:
Nils‘ tiefe emotionale Wunde ist eine innere Leere und die völlige Unfähigkeit, Empathie zu empfinden. Da er sich unverstanden fühlt und unter der Armut seiner Familie leidet, flüchtet er sich in totale Verweigerung. Seine Ohnmacht kompensiert er mit Aggression, indem er schwächere Tiere quält, um wenigstens einmal Macht und Kontrolle zu spüren.
Antagonist:
Smirre, der Fuchs ist der unerbittliche Hauptfeind der Wildgänse. Als Nils bei einem nächtlichen Angriff eine Gans rettet und Smirre dabei demütigt, wird die Jagd für den Fuchs zur persönlichen Fehde. Getrieben von Rachegelüsten verfolgt er die Schar durch ganz Schweden und verbündet sich sogar mit anderen Raubtieren, um Nils in die Falle zu locken.
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